Spielen ist Mainstream
Ein Rant

Ich spielte am Computer, als das noch etwas war, das die wenigsten taten. Dieses Hobby betreibe ich noch immer. Mittlerweile ist das keine Besonderheit mehr.

Game Boxes

Soweit ich mich erinnere, kam ich mit Spielen in Berührung, als ich mit 7 Jahren meinem Vater beim spielen von Space Quest I: The Sarien Encounter zusah. Die Pixelklötzchen weckten meine Begeisterung. Mit 10 Jahren bekam ich meinen ersten eigenen Computer, damit ich den von meinem Vater nicht mehr belagerte und mich austoben konnte. Verstanden hatte das außerhalb meines Elternhauses kaum jemand und mein Interesse löste eher verwunderte Blicke aus.

1996 nutzte ich das Netzwerk, das wir zu Hause hatten, um gemeinsam mit Freunden unzählige Stunden lang u.a. Duke Nukem 3D, Shadow Warrior, Blood, WarCraft 2 und Command and Conquer zu spielen. Die Anzahl derer, denen ich begegnete und die von dieser Möglichkeit wussten, konnte ich an einer Hand abzählen.

Mittlerweile bin ich 33 und spiele noch immer. Entweder allein, wenn das Singleplayer-Game meiner Wahl eine unterhaltsame Story bietet, oder zusammen mit meiner Freundin und tausenden von anderen Spielern je nach Stimmung in einem MMO wie Guild Wars 1, Myst Online: Uru Live, Path of Exile, Age of Conan oder The Secret World.

Ich habe den Eindruck zwischen zwei Welten zu stehen. Computerspiele sind für mich schon immer eine Alltagsbeschäftigung gewesen, ganz so, wie es bei denjenigen zu sein scheint, die jünger sind als ich. Auf den Plakatwänden der U-Bahnstationen klebten Plakate für Need for Speed: Undercover, Grand Theft Auto 4, Battlefield 3 und nun für Borderlands 2. World of Warcraft hat Millionen von Spielern und in der U-Bahn spielen Menschen auf ihren Smartphones. Spielemessen müssen wegen Überfüllung ihre Locations wechseln und der dortige Frauenanteil ist im Vergleich zu früher höher und wird mit jedem Mal größer - was mich nicht im geringsten verwundert.

Spielen ist mittlerweile keine Nische mehr; kein Hobby, für das sich nur Nerds interessieren. Wenn ich mich umhöre, dann sind es immer diejenigen, die älter sind als ich, die nicht in der Lage sind, das zu begreifen. Spielen ist Mainstream. Und diejenigen, die das nicht erkennen, oder versuchen sich mit dümmlichen Sprüchen der Realität zu entziehen und krampfhaft lustig zu sein, kann ich nicht ernst nehmen. In keinster Weise.

24. 09. 2012