
Im ersten Teil dieses Zweiteilers, bin ich auf die bisherigen Messenger und ihre Probleme eingegangen, da ein gewisses Grundwissen vonnöten ist, um die Vorteile von Jabber zu erkennen. Es folgt nun der zweite und letzte Teil.
Teil 2/2: Die freie Alternative
Wenn man eine Emailadresse hat, können alle Freunde, die ebenfalls eine besitzen, mit einem selbst und allen anderen kommunizieren. Es steht einem frei, das Programm zu nutzen, das einem am ehesten zusagt. Das selbe trifft auf den Anbieter zu; es ist egal, bei welchem man ist. Die Funktionalität ist immer gegeben. Wenn man möchte, kann man auch selbst ein Programm schreiben, oder Anbieter werden.
Diese Möglichkeiten gibt es, anders als bei ICQ/AIM und MSN/Yahoo, auch bei Jabber (mitunter auch als xmpp bezeichnet). Unter den Anbietern, deren Anzahl von Tag zu Tag steigt, kann, wie bei einer Emailadresse, frei gewählt werden. Vom Namen her dürften die bekanntesten GMX, Web.de und Google sein. Die dort registrierten Emailadressen und Passwörter sind sogar automatisch Jabber-Zugangsdaten. Diese Verknüpfung von Emailadresse und Jabber-Account ist jedoch nicht bei allen Anbietern gegeben.
Mit Jabber-Programmen kann man genauso chatten wie man es von MSN/Yahoo und ICQ/AIM kennt. Man kann sich jedoch aus der ständig wachsenden Anzahl von Programmen das aussuchen, dass einem persönlich am besten gefüllt; sei es nun durch die Funktionen oder die Optik; Werbung wird man übrigens keine zu sehen bekommen. Freunde müssen dabei nicht das selbe Programm wie man selbst nutzen. Sie können sich ein anderes aussuchen, das ihnen zusagt. Einzig allein vorausgesetzt, dass es Jabber unterstützt.
Zusätzlich zum gewöhnlichen Chat kann man mit Jabber Chaträume (MUC) erstellen und nutzen und mit PGP/OpenPGP/GPG oder OTR die gesendeten Nachrichten verschlüsseln. Wenn man Jabber im internen Netzwerk (LAN) nutzen möchte, so ist auch dies möglich, da es diverse Serverprogramme gibt. Die Möglichkeit der Dateiübertragung und eine Voice over IP-Funktionalität (Jingle) befinden sich bereits in der Entwicklung; bei letzterem entsteht dadurch eine Alternative zu Google-Talk und Skype.
Das alles ist möglich, weil Jabber frei ist; jeder kann sich die Quellcodes ansehen und diese verändern, wenn er möchte. Es gibt keinen Konzern, der alles überwacht, sondern eine ganze Reihe von begeisterten Internetnutzern, die sich an der Entwicklung beteiligen; das ist natürlich keine Voraussetzung, aber besonders für Firmen interessant, da sie so Jabber an die eigenen Bedürfnisse anpassen können. Wenn das keine Freiheit ist, was dann?
Im einfachstem Fall kann man sich bei GMX oder web.de deren Messenger herunterladen. Anschließend kann die dortige Emailadresse nutzen, um mit ihr als Usernamen zu Chatten.
Wem das alles noch nicht reicht, für denjenigen gibt es noch die sogenannten Jabber-Transports. Sofern der Jabber-Anbieter es unterstützt, kann man damit mit dem Jabber-Zugang mit Freunden aus ICQ, AIM, MSN und Yahoo chatten. Es wird aber vorausgesetzt, dass man bei diesen Diensten einen Account hat. Hierbei besteht jedoch die selbe Problematik wie bei den Multimessengern - man ist auf die Konzerne angewiesen und muss sich bei deren Diensten registrieren; obwohl die Nutzungsbedingugen das Nutzen der Dienste in dieser Form untersagen.
Da ein Großteil meines Freundeskreises noch bei ICQ und MSN ist, nutze ich momentan das Chatprogramm Kopete unter Kubuntu Linux und GMX als Anbieter. Der auch für Windows zur Verfügung stehende Messenger Pidgin ist aber auch durchaus zu empfehlen.
» Jabber.org
» Pidgin
» Kopete
» Multimessenger (die meisten unterstützen Jabber); Liste bei Wikipedia
» Jabber Programme; Liste bei Wikipedia
» Jabber Programme; Liste bei Jabber.org
» Jabber Anbieter/Server; Liste bei Jabber.org
» Jabber Anbieter/Server; Liste bei xmpp.net
» Jabber bei Wikipedia.org
» PGP
» OpenPGP
» OTR
» Kubuntu Linux

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