Philipp Skibbe

Grindhouse

Grindhouse

Quentin Tarantino und Robert Rodriguez sind aus meiner Sicht vor allem eines: Filmfans, deren Begeisterung für das Medium Film, sie dazu treibt, selbst etwas auf die Leindwand zu werfen.

Diesmal haben die beiden das Grindhouse für sich entdeckt. Es entstand in den 60er- und 70er-Jahren und war eine Art von Kino, das meist nur einen Saal hatte und in dem vor allem Exploitation, Horror, Kung Fu und Western-Filme gezeigt wurden. "Billige Filme", sogenannter Trash, in dem detaillierter Sex, Gewalt, bizarre oder "pervers" anmutende Geschichten und diverser tabuisierter Inhalt dominierte.

Tarantino und Rodriquez wollten den Charme dieser Kinos wiederbeleben, die durch das Aufkommen der Videoindustrie von der Bildfläche verschwunden waren. Dafür drehte jeder einen eigenen Film. Beide Werke sollten als double feature gezeigt werden.

Damit man tatsächlich das Gefühl hat, in einem Grindhouse zu sitzen, durften viele andere Regisseure, u.a. Eli Roth (Hostel) und Rob Zombie (Haus der 1000 Leichen / The Devils Rejects) Fake-Trailer zu nicht existenten Filmen drehen. Diese Trailer werden im double feature zwischen den eigentlichen Filmen in der "Pause" gezeigt. Und damit alles vollständig ist, ist auch der Trailer von Grindhouse, sowie die Plakate zu den beiden Filmen Death Proof und Planet Terror im trashigen Stil gehalten.

Weil hierzulande double features nahezu unbekannt sind, funktioniert laut Senator Film dieses Konzept in Deutschland nicht. Daher werden die Filme einzeln gezeigt; Deathproof ab 19.07.2007 und Planet Terror ab 23.08.2007. Dafür werden die Versionen allerdings länger als in den USA sein; Planet Terror 20 Minuten und Death Proof 30 Minuten. Es ist davon auszugehen, dass die Fake-Trailer nicht gezeigt werden. Unter Umständen wird es aber dennoch ein paar Kinos geben, die beide Filme hintereinander zeigen. Ob dann die Trailer dabei sind, ist jedoch unklar.

Ich gehöre eindeutig zur Zielgruppe des US-Konzeptes und werde versuchen, mich nicht darüber aufzuregen, dass es nicht auf Deutschland übertragbar war und sowohl deutsche Film-Website als auch die Plakate schlicht unpassend wirken und nicht mehr nach Grindhouse aussehen; abgesehen vom Filmmaterial natürlich. Das schmälert die Möglichkeit gewaltig, die Filme so zu zelebrieren, wie es geplant war, und wie sie es verdient haben.

Aber ok, ich bin ein Filmfan und werde vermutlich trotzdem ins Kino gehen. Längere Fassungen üben auch einen gewissen Reiz aus, und Spaß werde ich ganz sicher haben. Tarantino und Rodriguez sei dank.

» grindhousemovie.net
» US-Trailer bei Apple

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